| Künstler*in | Victor Vasarely |
| Material | Mischtechnik auf Grundierung mit Gewebe - (div. kunstharzgebundene Malfarben auf der Basis von Styren-Acrylat-Co-Polymerisaten bzw. Polyvinylacetaten) |
| Technik | Mischtechnik |
| Maße | ca. 3,42 x 6,94m |
| Adresse | Universitätsstraße 26.24 40225 Düsseldorf |
| Bauherr | BLB NRW Düsseldorf |
| Standort | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Foyer des Gebäude 26.24 Route in Google Maps |
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Im Jahr 1965 realisierte Victor Vasarely mit Canopus eine seiner frühen großformatigen Architekturintegrationen in Deutschland. Das Wandbild mit einer Größe von knapp vier mal sieben Metern wurde im Rahmen des Projekts "Kunst am Bau" für die Pädagogische Hochschule Essen-Rüttenscheid geschaffen und war von Beginn an Teil des studentischen Alltags. Formal ist Canopus der Schwarz-Weiß-Periode zuzuordnen, in der Vasarely mit Kreisen, Fragmenten und geometrischen Feldern optische Spannungen erzeugte, die Wahrnehmung destabilisieren und Bewegung suggerieren. Inhaltlich verfolgt das Werk jedoch einen weiter gefassten Anspruch. Vasarely betrachtete Kunst als eine Form der sozialen Praxis und nicht als ein museales Objekt. Die Architekturintegration wurde von ihm nicht als dekoratives Element betrachtet, sondern als ein Mittel, Kunst und Leben zu verschränken – zugänglich, verständlich, für alle.
Mit der Aufgabe des Hochschulstandorts begann die fragile Phase des Werks. Die signifikanten Beschädigungen des Bauwerks resultieren aus Leerstand, Vandalismus und einer Übermalung durch Graffiti. Dass das Wandbild dennoch erhalten blieb, ist auf die besondere Technik des Künstlers zurückzuführen. Vasarely arbeitete auf einer beschichteten Gewebeschicht, die sich abnehmen und restaurieren ließ. Nach einer mehrjährigen Verwahrung im Depot wurde das Werk schließlich im Foyer des Gebäudes 26.24 der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf installiert. Canopus ist heute wieder frei zugänglich. Die sichtbare Patina verweist auf die bewegte Geschichte des Objekts, ohne dabei die visuelle Kraft zu schwächen.
Als Kunst am Bau erfüllt das Werk erneut seinen ursprünglichen Zweck: Es ist präsent, ohne dass eine Erklärung notwendig ist. Es ist ein Angebot, das die Wahrnehmung stimuliert, aber nicht als abgeschlossenes Denkmal betrachtet werden sollte.
Victor Vasarely, geboren 1906 in Pécs, starb 1997 in Paris. In Budapest studierte er an der Podolini-Volkmann Akademie und der Mühely Schule für Grafik. Nach seinem Umzug nach Paris 1930 arbeitete er zunächst als Werbegrafiker, bis er sich ab 1944 vornehmlich der freien Kunst widmete. Ab 1961 lebte er in Annet-sur-Marne.
Vasarely gilt als Mitbegründer der Op-Art. Er schuf vor allem abstrakte geometrische Motive, die auf wiederkehrenden Grundformen und Farben beruhen, mit denen er kinetische und optische Effekte erzeugte. Viermal in Folge – 1955, 1959, 1964 und 1968 – nahm er an der documenta in Kassel teil. 1972 erneuerte er das Rauten-Logo des Autohersteller Renault im Stil der Op-Art. Sein Werk umfasst neben Malerei und Grafik auch Skulpturen, Wandarbeiten aus Glas und Keramik sowie Tapeten, Stoffe und Möbel. Mit seiner Idee der „Cité polychrome“ (Farbige Stadt) reagierte eher auf den von grauem Beton geprägten Städtebau der 1970er Jahren und entwickelte Konzepte für Fassadengestaltungen.
Zu Vasarelys Kunst-und-Bau-Werken zählen eine Wandgestaltung im Aulafoyer der ehemaligen Pädagogischen Hochschule Essen (1965, derzeit eingelagert), die Fassade des Juridicums der Universität Bonn (1967) sowie das Grand Vitrail Cinetic und die Keramikwand an der Ruhr-Universität Bochum (beide 1971).


